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Hatten Steinzeitmenschen Karies?

April 2018 – Hatten Steinzeitmenschen Karies?

An dieser Stelle beantworten wir einige originelle Fragen, die Kinder bei ihrem Zahnarztbesuch manchmal stellen:

Hatten Steinzeitmenschen eigentlich Karies?

Steinzeitmenschen hatten wahrscheinlich weniger Karies als wir heute. Das liegt daran, dass ihre Nahrung weniger Zucker enthielt. Früchte oder süße Wurzeln gab es nur selten und höchstens im Sommer und Frühherbst.

Deswegen mussten sich Steinzeitmenschen ihre Zähne wohl selten oder gar nicht putzen. Allerdings benutzten sie durchaus so etwas wie „Zahnstocher“ (aus Zweigen oder Holzsplittern), um Fleischreste, Pflanzenfasern, kleine Obstkerne usw. zu entfernen, die sich zwischen ihren Zähnen festgesetzt hatten.

Seit wann gibt es Zahnbürsten?

In China waren schon um das Jahr 1500 herum Bürsten mit Schweineborsten im Gebrauch. In Europa gründete der Brite William Addis im Jahr 1780 ein Unternehmen, das Zahnbürsten aus Kuhknochen und -haaren produzierte – allerdings waren diese noch so teuer, dass sie sich nur Adelige und der Klerus (Geistliche und Amtsträger in der Kirche) leisten konnten. Sie sahen aus wie kleine Haarbürsten und waren im Gegensatz zu unseren heutigen Bürsten kaum dazu geeignet, alle Stellen im Mund (zum Beispiel die Zahnzwischenräume oder die hinteren Backenzähne) zu erreichen und gründlich zu reinigen. Oder die Borsten waren so hart, dass damit meist auch das Zahnfleisch verletzt wurde.

Regelmäßiges Zähneputzen mit eigener Zahnbürste und Zahnpasta setzte sich in Europa erst vor etwa einhundert Jahren durch. Damals hatte man entdeckt, dass Karies nicht durch „Zahnwürmer“, die die Zähne zerfressen, hervorgerufen wird, sondern durch bakterielle Zahnbeläge.

Wallace Hume Carothers aus den USA gelang 1938 der große Durchbruch mit der Erfindung des Kunststoffs „Nylon“. Damit ermöglichte er unter anderem auch die industrielle Fertigung von Zahnbürsten. Von da an waren sie für die breite Masse erschwinglich.

Was haben die Menschen früher bei schiefen Zähnen gemacht?

Erste kieferorthopädische Apparaturen zur Zahn- und Gebisskorrektur wurden schon vor mehreren hundert Jahren hergestellt. Aber für die meisten Menschen gab es nur wenige Möglichkeiten zur Abhilfe. „Schiefe“ Zähne und die daraus entstehenden ästhetischen und funktionalen Probleme waren wohl der Normalfall. Um zum Beispiel einen Zahnengstand zu beheben, wurden Zähne oftmals einfach gezogen.

„Richtige“ Zahnspangen sind erst in den 20er- oder 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelt worden. Sie waren damals jedoch noch nicht weit verbreitet. Das bedeutet: Selbst unsere Urgroßeltern hatten meist keine Möglichkeit, schiefe Zähne korrigieren zu lassen.

Heute gibt es eine Vielzahl von Korrekturmöglichkeiten. Eine kieferorthopädische Behandlung mit festen oder herausnehmbaren Spangen ist zwar bei manchen von euch nicht sehr beliebt, aber der Aufwand lohnt sich: Eure Zähne sind danach in aller Regel umso schöner. Außerdem gibt es heute bunte oder sogar fast unsichtbare Zahnspangen.

Liebe Kinder …

… wir freuen uns darüber, dass ihr euch für Zähne und die Zahnpflege interessiert. Stellt uns also weiterhin eure Fragen. Wir versuchen sie so gut wie möglich zu beantworten.

Euer Praxisteam

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